© Volker Gehrmann

Bergbaufolgelandschaft

Die Geschichte des Tagebaus

Die Geschichte des Braunkohlenbergbaus in der Region begann 1854 auf dem Kamm des Landrückens. In Handarbeit wurde der Rohstoff im Tiefbau aus bis zu 40 Meter Tiefe geholt.

In diesem Jahr eröffnete die Grube „Franziska“ bei Wendisch-Drehna (heute Walddrehna). Nur zwei Jahre später eröffnete die Braunkohlegrube „Barbarossa“ bei Grünswalde. Die Kohle wurde mittels Pferdebahn zum Bahnhof Walddrehna transportiert.

Als mit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts der Kohlebedarf wuchs, ging man dazu über, das Deckgebirge abzutragen und die Kohle im Tagebau zu gewinnen – so 1917 bei Bornsdorf. Auch das war immer noch Handarbeit mit Hacken, Schippen und einfachen Karren. Die hinterlassenen Gruben hatten überschaubare Ausmaße. Später wurden die Erdmassen auf Gleisen bewegt, die zunächst von Menschen, dann von Pferden und später von Dampfmaschinen gezogen wurden.

Von 1918 bis 1924 wurde die Grube „Victoria" bei Bornsdorf betrieben.

Aufschluss Tagebau Schlabendorf-Nord

Im Jahr 1975 erfolgt der Aufschluss des Tagebaus Schlabendorf-Süd. Ein Jahr später fuhr der erste Kohlezug in diesem Tagebau.

Das Dorf Wanninchen wurde abgerissen. Alle Menschen mussten ihre Häuser und Heimat verlassen, um dem Tagebau zu weichen. 

In den Tagebaufeldern Seese-Ost und –West sowie Schlabendorf-Nord und -Süd arbeiteten sich jeweils zeitgleich zwei Förderbrücken F 34 durch die Landschaft. Die 2 bis 8 Meter mächtige Kohle lag hier bis zu 40 Meter tief unter der Oberfläche.

Der Lichtenauer See wird als erstes Gebiet in der Bergbaufolgelandschaft „Schlabendorfer Feld“ unter Naturschutz gestellt. Fortan darf sich hier die Natur neu entfalten.

Schon 1999 besuchten Heinz Sielmann mit seiner Frau Inge die Bergbaufolgelandschaft. Bereits ein Jahr später erwarb die Heinz Sielmann Stiftung die ersten Flächen. Ein wichtiger Schritt für den Naturschutz. 

Mit großem Aufwand werden die Flächen nach den Anforderungen des Bergrechtes saniert. Schwere Rüttler verdichten die künftigen Seeufer.

Derzeit ruhen die Sanierungsarbeiten, eine Fortsetzung ist nicht vor 2035 geplant. Doch die Natur ist im stetigen Wandel. An den immer wieder entstehenden Abbruchkanten des ehemaligen Tagebaus wird das besonders deutlich.

Die verschwundenen Orte

Alles, was die Kohle bedeckte,

musste den Schlabendorfer und Seeser Tagebauen weichen: Wälder, Äcker, Teiche und Moore. Verbindungsstraßen wurden gekappt und 13 Dörfer verschwanden ganz von der Landkarte. Mehr als 2.000 Bewohner wurden umgesiedelt. Andere hatten schon vorher ihre Höfe verlassen. Die am Tagebaurand verbliebenen Orte litten unter Wassermangel, Lärm und Staub. Heute erinnern die Namen der Seen und Gedenksteine an die verschwundenen Dörfer.

Die Bewohner der Region lebten mit und vor allem vom Bergbau - eine wichtige Einnahmequelle.

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