© Ralf Donat

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Verschwunden, aber nicht vergessen

Am 16. Juni lud das Heinz Sielmann Natur-Erlebniszentrum in Wanninchen zu einem Gedenktag für die „verschwundenen Dörfer“ ein. In den Jahren 1975 bis 1991 wurden in den Gebieten der einstigen Tagebaue Schlabendorf-Nord und -Süd 12 Dörfer ganz oder teilweise abgebaggert. Der Kohleabbau prägt bis heute das Bild der Niederlausitz. Seine Narben in der Natur heilen nur langsam.


Auch bei vielen ehemaligen Bewohnern der verschwundenen Orte scheint der persönliche Verlust längst nicht vergessen. Während der Einweihung einer neuen Gedenkstätte in Wanninchen sprudelten die Erinnerungen hervor. Jeder Mensch hat seine Wurzeln. „Damit diese nicht in Vergessenheit geraten, haben wir für jeden Ort einen Baum gepflanzt. Den vollständig verschwundenen Orten haben wir zudem eine Gedenktafel gewidmet.“, erklärte Ralf Donat. Der gebürtige Luckauer und heutige Leiter von Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen führte durch die neue Erinnerungsstätte. „Schon in der Vergangenheit haben wir den Kontakt zu Bewohnern der ehemaligen Orte gesucht. Die Geschichte des Bergbaus ist unweigerlich mit den heutigen Entwicklungen dieser Landschaft verbunden. Die Natur hat sich große Teile zurückerobert, aber die verschwundenen Ortschaften und ihre Bewohner sind nicht vergessen“, sagte er.


Der rege Austausch und die Geschichten stimmten selbst die Anwesenden jüngerer Generationen nachdenklich. Denn das letzte Kapitel zum Kohleabbau in der Lausitz ist noch nicht geschrieben. Die Filmvorführung „Es kommt darauf an das Hoffen zu lernen“ und die anschließende Diskussion mit der Cottbusser Klima-Aktivistin Rebakka Schwarzbach zeigten, wie aktuell die Thematik ist. „Es muss unser Anspruch sein, einen sinnvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen zu gewährleisten. Schließlich bestimmt unser heutiges Handeln auch die Zukunft folgender Generationen“, so Donat.


BU: Am 16. Juni führte Ralf Donat durch die neue Gedenkstätte für die verschwundenen Orte der ehemaligen Tagebaue Schlabendorf-Süd und -Nord. Fotos: Katja Benke/Heinz Sielmann Stiftung

 

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