Neues Leben im alten Trafoturm
Artenschutzprojekt in Luckau - Bergen gestartet
Hoch über den Dächern von Bergen, einem Ortsteil von Luckau, wurde ein stillgelegter Trafoturm für gebäudebrütende Tierarten aufgewertet. Ranger der Naturwacht des Naturparks Niederlausitzer Landrücken montierten fünf Nistkästen für Mauersegler in luftiger Höhe. Das Artenschutzprojekt erfolgt in enger Abstimmung mit der Naturparkverwaltung, der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald und der Heinz Sielmann Stiftung, die den Turm vor Jahren zu diesem Zweck erwarb.
„Der Bergener Trafoturm zieht schon jetzt die Vögel magisch an“, berichtet Ranger Philipp Juranek. „Rauchschwalben brüten hier seit vielen Jahren im Innern des Turmes, auch ein Hausrotschwanznest konnten wir entdecken. Durch das Schaffen zusätzlicher Nistmöglichkeiten, können wir noch mehr Arten unterstützen und die Vielfalt weiter erhöhen.“
Die Hoffnung ist groß, dass bald auch die neuen Nistkästen bezogen werden. Dann könnten die Bergener im Sommer wieder das charakteristische Sirren der Mauersegler erleben, die mit ihren rasanten Flügen den Himmel beleben. Gerade Mauersegler sind vermehrt auf menschliche Unterstützung angewiesen. Die eleganten Flugkünstler verbringen den Großteil ihres Lebens in der Luft und landen nur zum Brüten. Dafür brauchen sie hoch gelegene Nischen mit freiem Anflug. Genau solche Plätze werden jedoch durch Sanierungen und moderne Architektur immer seltener. Nisthilfen an geeigneten Gebäuden können helfen, diesen Mangel auszugleichen.
Das Projekt in Bergen ist noch nicht abgeschlossen: Weitere Maßnahmen sind bereits geplant. Künftig sollen unter anderem Quartiere für Fledermäuse geschaffen und zusätzliche Nistmöglichkeiten für andere gebäudebrütende Arten ergänzt werden.
Die Botschaft der Naturschützer und -schützerinnen ist dabei klar: Artenschutz kann jeder unterstützen. „Viele dieser Vogelarten und Fledermäuse haben schon immer mit uns am Haus gelebt“, sagt Philipp Juranek. „Wenn wir ihnen Nistmöglichkeiten lassen oder neue schaffen, helfen wir ganz konkret. Schon ein paar Kästen an einer Scheune oder einem Wohnhaus können viel bewirken. Wichtig für Mauersegler ist dabei vor allem ein freier Anflug.“
Der Trafoturm der Heinz Sielmann Stiftung in Bergen zeigt, wie aus einem alten Zweckbau ein neuer Lebensraum werden kann und wie Naturschutz direkt vor der eigenen Haustür beginnt.
Text und Bilder: Philipp Juranek, Naturwacht im Naturpark Niederlausitzer Landrücken